Neubau in der Olewischtwiet

 Viele haben die Bauarbeiten in der Olewischtwiet beobachten können. Die Altbestände wurden abgerissen und neue Häuser sind entstanden. Doch wieso wurde gebaut, was wurde gebaut und wer hat gebaut? Der Stadtteilbeirat hat sich an die Genossenschaft gewandt und mit dem Vorstandsmitglied Herrn Witt das Bauvorhaben erörtert.

 

 

Eigentümerin des Neubaus ist die Wohnungsgenossenschaft Gartenstadt Hamburg eG. Diese weist 2.179 Wohnungen Hamburg weit, aber insbesondere in Bramfeld und Berne auf. Mit einer Bilanzsumme von 54,44 Millionen gehört sie zu den kleineren Genossenschaften in Hamburg.

Altbestand

Jeder kennt noch die alten grünen und gelben Wohnblöcke aus den 1930igern im Bereich Ole Wisch, Olewischtwiet und Fabriciusstraße. An der Straße Fabriciusstraße stehen noch die Altbestände. Die anderen wurden bereits abgerissen. Der Altbestand wies 159 Wohnungen mit 6.487qm auf. Die Wohnungen waren etwa 38qm groß und waren mit Nachtspeichergeräten ausgestattet. Eine zeitgemäße Nutzung war aufgrund des Alters nicht möglich. In einem Keller war sogar noch ein Waschkessel, der mit Holz betrieben wurde, zu finden.

Das Alter und die Ausstattung der Wohnungen ließen eine normale Neuvermietung kaum noch zu. Dies führte zu einer zunehmenden Belastung der Sozialstruktur, welche regelmäßig Konflikte im Quartier zur Folge hatte. Die Genossenschaft entschloss sich das Quartier aktiv zu entwickeln. Somit wurde bereits vor 10 Jahren mit den Mitgliedern der Genossenschaften diskutiert, welcher Weg beschritten werden sollte.

Eine Prüfung der Genossenschaft ergab, dass eine Sanierung ähnlich teuer wie ein Neubau werden würde. Daher war der Neubau wirtschaftlich sinnvoll. Die Vertreterversammlung der Genossenschaft stimmte dem Vorschlag zu und bereits vor 10 Jahren wurden die Nutzer über den bevorstehenden Abriss informiert und konnten somit neue Wohnungen suchen. Etwa die Hälfte aller Bewohner fand eine andere Wohnung bei der Wohnungsgenossenschaft Gartenstadt Hamburg eG. Räumungsklagen mussten daher nicht ausgesprochen werden.

 

Neubau

Diese Altbestände wurden mit Ausnahme der Blöcke an der Fabriciusstraße abgerissen. Es wurden insgesamt 80 genossenschaftliche Mietwohnungen mit einer Fläche von 5.978qm neu erstellt, darunter auch Häuser und große Wohnungen. Insbesondere sollen Familien mit Kindern einziehen und das Quartier aktiv durchmischen.

Die Gebäude sind mit Gründächern ausgestattet, wodurch das Regenwasser langsamer abfließt und die Temperatur des Dachs weniger schwankt.

 

 

Planungen – Demenz-WG sowie Seniorenwohnungen

Wenn die Altbestände in der Fabriciusstraße abgerissen sind, plant die Genossenschaft die Erstellung weiterer Wohnungen.

In Anbetracht der alternden Gesellschaft erkranken immer mehr Menschen an Demenz. Entsprechende Einrichtungen sind Mangelware. Daher hat die Genossenschaft beim Neubau eine Demenz-WG mit dem Träger ASB eingeplant. Des Weiteren sind noch 18 Seniorenwohnungen angedacht. Diese werden barrierefrei sein und den Menschen helfen ihr Leben im Alter sicher gestalten zu können.

Diese beiden Ansätze sind überaus zu begrüßen. Eine schöne Idee von der Wohnungsgenossenschaft auch den älteren Mitbewohnern ein eigenes Heim zu ermöglichen. Damit dies auch bezahlbar ist, hat sich die Genossenschaft das Ziel gesetzt, vermehrt auf geförderte Wohnungen zu setzen. Daher ist geplant 48 der neuen Wohnung (68%) mit öffentlichen Mitteln nach dem 1.Förderweg zu errichten.

Und viele meinen, dass man in Hamburg nicht mehr für Mietpreise unter 14 Euro kalt bauen kann. Die Genossenschaft macht es vor. Alle frei finanzierten Wohnungen sind für einen Preis zwischen 9,70 und 11,40 Euro zu mieten. Ein für Hamburg doch „günstiger“ Preis. Somit kann auch die „Mittelschicht“ in Bramfeld ein Heim finden.

 

Auswirkungen

Mit dem letzten Bau entstehen weitere 71 Wohnungen mit 4.990 qm. Da vorher ein Leerstand vorlag, sind somit wieder mehr Bewohner im Quartier. Häufig besitzen die Bewohner eigene Autos. Der Parkplatzdruck dürfte daher steigen. Aber weit gefehlt. Auch daran hat die Genossenschaft gedacht und eine eigene Tiefgarage mitgebaut. Pro Haushalt ist etwa ein Parkplatz angedacht. Somit sollte der Parkplatzdruck auch nicht steigen. Mit dem Neubau an der Fabriciusstraße wird die Tiefgarage eine Ein- sowie eine Ausfahrt erhalten. Staus sind somit nahezu ausgeschlossen.

 

Fazit

Es handelt sich um ein Projekt für ältere sowie junge Leute, welches Umweltaspekte berücksichtigt und für jedermann finanzierbar ist. Eine gesunde Durchmischung ist die Folge.

Das Bauvorhaben ist überaus zu begrüßen. Man kann nur froh sein, dass die Genossenschaft ihrem gesellschaftlichen Auftrag nachkommt und so gut geplant hat. Auf der gleichen Fläche hat die Genossenschaft die Wohnfläche etwa verdoppelt. Möglich war dies, da früher Spitzdächer gebaut worden sind und damals mangels schwerer Baugeräte der Bau erst einen Meter über dem Boden begann.

 

Der Stadtteilbeirat freut sich auf die neuen Bewohner und steht diesen natürlich bei Problemen gerne mit Rat und Tat zur Seite.



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